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Audio 1980 - 1989

New Day Rising

Sep-09-2006

Hüsker Dü, 1986

new day rising

"New Day Rising ... New Day Rising ...!" die heisere Stimme brüllt in endloser Litanei, sich vor Empörung und Verzweiflung fast überschlagend. Im Hintergrund dröhnen verzerrte Gitarre, Bass und Schlagzeug mit brachialer Gewalt. Der Rhythmus, den sie erzeugen, ist atemlos schnell. Keine Breaks, keine Zeit zum Verschnaufen oder Luftholen. Der Feind macht keine Gefangenen.

Welcome to your nightmare. Gleich der Opener von New Day Rising stellt klar: Hier wird nicht gekleckert. Die Lage ist zu ernst.

Bob Mould (Vocals, Guitar), Grant Hart (Vocals, Drums) und Greg Norton (Bass) bedienen sich der musikalischen Mittel von Motörhead und des Punk, aber ohne deren Attitüde zu teilen. Ihre Feinde sind nicht untreue Geliebte oder die Gesellschaft, und folglich liegt die Erlösung auch nicht in der Flucht in die Triebhaftigkeit oder in der Anarchie. Hüsker Dü haben einen anderen Feind ausgemacht: die ungeheure Zumutung, die man "Leben" nennt. Eine Erlösung gibt es da natürlich nicht, und darum begrüße den neuen Tag mit einem Schmerzensschrei. Lass es raus, Baby.

Hüsker Dü sind zwei schwule, Song schreibende Junkies (Mould, Hart) und ein straighter, nicht schreibender Bassist (Norton) aus Minnesota. Mitte der 80-er waren sie der erfolgreichste Act des angesagten SST-Labels, und was sie klar von anderen Hardcore-Bands abhob, war zweifellos die Qualität ihrer Songs - hinter all dem Lärm und der Energie findet man unerwartet komplexe Harmonien, und plötzlich treten Melodien zu Tage, die sich im Kopf festsetzen und süchtig machen. Das ist ja POP!, schießt es einem in plötzlicher Erkenntnis durch den Kopf. So ungefähr würden wohl Simon & Garfunkel in einem Remix durch Lemmy klingen. Die Presse damals verglich sie mit den Byrds ... was ebenfalls Sinn macht (während der Sessions zu New Day Rising spielten sie übrigens eine fulminante Version von Eight Miles High ein, die als Single erschien).

Die beiden Song-Schreiber waren sich ebenbürtig, wobei die Rollen klar verteilt waren: Mould war der laute, wütende, während Hart durchaus versöhnliche Töne anschlug.

1984/85 befanden sie sich auf dem Höhepunkt ihrer Schaffenskraft, die in dieser Zeit entstandenen Alben Zen Arcade, New Day Rising und Flip Your Wig sind Meilensteine alternativer Popmusik und ohne Schwachstellen. Was auch den Major-Labels nicht verborgen blieb. 1986 wechselten Hüsker Dü zu Warner Bros., wo sie zwei akzeptable Platten aufnahmen. 1987 ging es nicht weiter, der enorme Druck, Alkohol, Drogen (Hart hatte inzwischen die Kontrolle über seinen Heroinkonsum verloren und verpatzte Auftritte) und interne Streitereien und Eifersüchteleien führten zur Auflösung.

New Day Rising ist die wütendste, lauteste und verzweifelste Platte, die jemals aufgenommen wurde. Und damit eine der wichtigsten Platten des POP überhaupt.





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[Audio 1980 - 1989]

Centerfield

May-19-2006

John Fogerty, 1985

centerfield

Als Songwriter, Sänger und Mastermind von Creedence Clearwater Revival hatte Fogerty die Mythen des amerikanischen Südens beschworen, hatte den Underdog gemimt und uns das Schwirren der Sümpfe, Voodoo und Willy und die armen Jungs ins Wohnzimmer gezaubert. Alles nur falscher Zauber, denn Creedence Clearwater Revival kamen aus Kalifornien, und Fogerty hatte den Süden, wie er später aussagte, zum ersten Mal übrhaupt besucht, nachdem Born On The Bayou längst für Furore gesorgt hatte. Logisch, dass so eine geliehene Identität keinen Raum für die eigene Biographie gelassen hatte.
Das änderte sich mit Centerfield, dem ersten musikalischen Lebenszeichen Fogertys nach einer neunjährigen Schreibblockade, ausgelöst, wie er sich beklagte, durch einen jahrelangen Rechtsstreit mit seiner Plattenfirma über Rechte und Geld. Fogerty sang nun zum ersten Mal über persönliche Dinge und Erinnerungen ("Centerfield", "I Saw It On TV").

Centerfield bietet musikalisch nichts Spektakuläres, aber rührt auf seltsame Weise an. Außerdem war man dankbar, überhaupt wieder ein Lebenszeichen von der lange abgetauchten Legende zu hören. Da sieht man auch über in einigen Songs eingesetzte Elektro-Beats hinweg.



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[Audio 1980 - 1989]

The River

Jul-21-2005

Bruce Springsteen, 1980

bruce springsteen

Die Ausgangslage war denkbar günstig, als Springsteen 1980 in die Power-Station-Studios in New York einzog, um ein neues Album aufzunehmen: Er hatte einen Sack voller Songs, Born To Run (1975) und Darkness On The Edge Of Town (1978) hatten ihm den kommerziellen Erfolg gebracht, der ihn finanziell unabhängig machte, seine ausgedehnten Tourneen in der zweiten Hälfte der Siebziger hatten ihn als "The Boss" etabliert, und mit der E-Street Band hatte er die beste Band der Welt hinter sich. Er nutzte die Gunst der Stunde und nahm gleich ein komplettes Doppelalbum auf.

Die Songs erzählen von erstem Sex, verlorener Liebe, Alkohol, endlosen Fahrten auf dem nächtlichen Highway, den Trämen, Freuden und Ängsten der einfachen Leute und der Verzweiflung derer, die den American Dream zwar mitbegründen, aber nicht von ihm profitieren. Springsteen, für den der Traum selbst wahr geworden war, schlüpft in die Haut dieser Gescheiterten und verleiht ihrer Verzweiflung eine Stimme. Und das tut er mit so viel Einfühlungsvermögen und Authenzität, dass die Besungenen ihn dafür liebten.

Dankenswerterweise verzichtete Springsteen erstmals auf doofe Effekthascherei und dümmliche Rockismen - die Band spielt straight und entspannt, es entsteht durchgehend ein Sound irgendwo zwischen Songwritertum und dezentem POP.

Man kann einwänden, dass The River im Grunde nur verschiedene Variationen ein und desselben Songs enthält - wer das tut, hat allerdings nichts kapiert. Alle Songs auf The River sind Aufzüge einer Theateraufführung, der Sinn ergibt sich erst aus dem Ganzen.



The River (Live 1980)



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