Start Impressum Sitemap     Rainer Bublitz     News    
Rainer Bublitz

Navigation
News 2012 News 2011 News 2010 News 2009 News 2008 Cinema Cinema 1920 - 1939 Cinema 1940 - 1949 Cinema 1950 - 1959 Cinema 1960 - 1969 Cinema 1970 - 1979 Cinema 1980 - 1989 Cinema 1990 - 1999 Cinema 2000 - 2009 Cinema 2010 - 2019 Bücher Krimis 2000 - 2009 Krimis 2010 - 2019 Pandora im Kongo Im Rausch der Stille Meine Schwester ist ein Engel Comics Carl Barks Hansrudi Wäscher Games Ico Tomb Raider Featuring Lara Croft Baphomets Fluch 1 & 2 The Ages of Myst Die Tomb-Raider-Serie Audio Audio 1920 - 1939 Audio 1940 - 1949 Audio 1950 - 1959 Audio 1960 - 1969 Audio 1970 - 1979 Audio 1980 - 1989 Audio 1990 - 1999 Audio 2000 - 2009 Audio 2010 - 2019 TV-Kult Kommissarin Lund I - Das Verbrechen Mit Schirm, Charme & Melone Raumpatrouille Orion Fotos Ritterhude Street Chicago Wilhelmshaven Kochen Erbsensuppe mit Champignons Kartoffelsuppe Sparta Schwäbische Spätzle Pute Indisch mit Linsen und Banane Paprika Chinesisch mit Geflügelfleisch Spinat und Schafskäse in Blätterteigbett Hasenpfeffer auf schwäbische Art Home Frau Katze I Frau Katze II Mein Freund Kalle CandyHouse Under Spanish Arcades CandyHouse Vintage CandyHouse 2000 Garageband Links

Extern
b-sites Lost In The Andes Das Lakritzlabor
random

Klick mich!

made_on_a_mac

Valid HTML 4.01 Strict
Valid CSS!

Audio 1990 - 1999

Summerteeth

Jan-01-2006

Wilco, 1999

summerteeth

Er sei einer der seltenen Fälle, bei denen Angstzustände und Depressionen zusammenträfen, erklärte Jeff Tweedy, Mastermind und Enfant Terrible von Wilco, in einem Interview mit dem Rolling Stone und berichtete von seiner Zeit in der Psychiatrie, in die er wegen seiner jahrelangen Schmerzmittelabhängigkeit eingeliefert worden war. Legendär sind seine Wutausbrüche und die Rausschmisse alter, bewährter Weggefährten. Tweedy ist ein Egomane, der sich grundsätzlich missverstanden fühlt. Seinem künstlerischen Output hat das indes nicht geschadet (obwohl immer wieder prophezeit), Tweedy erwies sich als durchaus in der Lage, eine Platte im Alleingang zu schultern und dabei passable bis beeindruckende Resultate zu produzieren. Seine Fans folgtem seinem stilistischen Zickzackkurs von artifiziellem Punk über lupenreinen Country bis zum intellektuellen POP von Summerteeth.

Summerteeth ist keine leichte Platte. Die direkte, ins Mark treffende Emotionalität eines Ryan Adams ist genauso wenig Tweedys Sache wie Dylans Wahrhaftigkeit oder Beckscher Witz und Ironie. Stattdessen übt Tweedy sich in verklauselierter Introspektive, die er verbrämt mit einer musikalischen Vielfalt und Kunstfertigkeit, die die Beach Boys ebenso überzeugend zitiert wie Neil Young oder Velvet Underground. Und wohl auch weniger ein Beleg ist für Tweedy's Orientierungslosigkeit, als für seine übergroße Sehnsucht, als Künstler anerkannt zu werden.

Und dennoch ist Summerteeth trotz aller Diversität eine sehr eigenständige und homogene Platte. Die allerdings auch dem aufmerksamen Zuhörer einiges abverlangt. Dann, nach mehrmaligem Hören, erschliesst sich eine majestätische Schönheit und Tiefe, die gefangen nimmt.

Einer der ergreifensten und gleichzeitig aufschlussreichsten Songs ist wohl How To Fight Loneliness. Zu einer schlichten, wunderschön-traurigen Melodie erteilt Tweedy Ratschläge wie "Smile All The Time". Da wundert es freilich nicht mehr, dass der Künstler sich missverstanden fühlt.





Verwandte Artikel:

[Audio 1990 - 1999]

Time Out Of Mind

Jul-27-2005

Bob Dylan, 1996

time out of mind

It's not dark yet, but it's getting there. Man ist wie betäubt, wenn man dieses Album durchgehört hat, und angesichts der geballten Aussichtslosigkeit, die zum Ausdruck gebracht wird, fragt man sich verwirrt - und in falscher Sicherheit wiegend -, was denn mit Dylan los ist, was sein Leben so aus dem Gleis hat geraten lassen.

Keine Chance, mit Dylan ist alles in Ordnung, er ist einfach älter geworden, und diese bittere Erkenntnis ist das wirklich Quälende für den Hörer. Dylan singt über uns alle. Er ist einfach vorangegangen und hat die vor uns liegende Dunkelheit etwas ausgeleuchtet. Was wir sehen, sind die Illusionen der Liebe, wir sehen uns nackt und schutzlos und bar jeden tieferen Sinns, wir sehen Gebrechlichkeit und das Schwinden der Kräfte.

Eine Depro-Platte also, Ausdruck der Verzweiflung eines gescheiterten Lebens? Keineswegs, denn Dylan zeigt uns den aufrechten Gang, zeigt, dass wir weiter gehen müssen, auch, wenn uns unser Weg ans Ende führt. Er empfiehlt den Verzicht auf Aufbegehren und rät zu Gelassenheit. Fatalismus als einzig probate Antwort auf Gesetze, auf die wir keinen Einfluss haben. Die Wahrheit kommt zu uns in dem Moment, in dem wir bereit sind, sie zu akzeptieren. Und die Wahrheit ist unsere einzige Chance, der Sinnlosigkeit ein Schnippchen zu schlagen, denn sie verleiht uns WÜRDE. Mehr ist nicht zu holen in diesem Leben ... aber, verdammt noch mal, ist das nicht auch schon eine Menge?

Time Out Of Mind ist vielleicht die wichtigste Platte, die Dylan je gemacht hat. Musikalisch wurde sie - nach Dylans Vorstellungen - kongenial von Daniel Lanois und einer Reihe bekannter Musiker umgesetzt. Es brodelt, stampft und dampft in bester New-Orleans-Tradition. Bo Diddley hätte seine Freude gehabt.





Verwandte Artikel:

[Audio 1990 - 1999]

Automatic For The People

Jul-21-2005

R.E.M., 1991

automatic for the people

Ziel sei es gewesen, eine Platte zu machen, die dem Hörer schwere Themen zumutet und gleichzeitig Hoffnung bietet, erklärte Michael Stipe in einem Interview anlässlich der Veröffentlichung von Automatic For The People. Ein Vorhaben, von dem zumindest der erste Teil erfolgreich umgesetzt wurde. Eine melancholische Stimmung zieht sich durch das ganze Album, und Songtitel wie Try Not To Breathe und Everybody Hurts künden von Schwere und Weltschmerz. Aber so schlimm, wie man vielleicht befürchtet, kommt es dann doch nicht - hier singt niemand den Blues, stattdessen handelt es sich bei den Songs um eine eher philosophische Auseinandersetzung mit existentialistischem Gedankengut. Zwar alles mit klagender Stimme vorgetragen, aber dann doch eher bittersweet als wirklich beunruhigend, mehr Pose als Betroffenheit. Aber deswegen natürlich noch lange nicht schlecht.

Und das liegt auch an der musikalischen Umsetzung. Nie zuvor (und auch nie mehr danach) klangen R.E.M. aufregender, interessanter und bunter als auf Automatic For The People. Vielseitigkeit statt Monotonie, ein Rezept, das funktioniert. Sie haben es später einige Male erneut versucht, aber nie mehr wirklich hingekriegt.



[The River (Live 1980)]



Verwandte Artikel:

[Audio 1990 - 1999]

© 2005 - 2012 rainerbublitz