Start Impressum Sitemap     Rainer Bublitz     News    
Rainer Bublitz

Navigation
News 2012 News 2011 News 2010 News 2009 News 2008 Cinema Cinema 1920 - 1939 Cinema 1940 - 1949 Cinema 1950 - 1959 Cinema 1960 - 1969 Cinema 1970 - 1979 Cinema 1980 - 1989 Cinema 1990 - 1999 Cinema 2000 - 2009 Cinema 2010 - 2019 Bücher Krimis 2000 - 2009 Krimis 2010 - 2019 Pandora im Kongo Im Rausch der Stille Meine Schwester ist ein Engel Comics Carl Barks Hansrudi Wäscher Games Ico Tomb Raider Featuring Lara Croft Baphomets Fluch 1 & 2 The Ages of Myst Die Tomb-Raider-Serie Audio Audio 1920 - 1939 Audio 1940 - 1949 Audio 1950 - 1959 Audio 1960 - 1969 Audio 1970 - 1979 Audio 1980 - 1989 Audio 1990 - 1999 Audio 2000 - 2009 Audio 2010 - 2019 TV-Kult Kommissarin Lund I - Das Verbrechen Mit Schirm, Charme & Melone Raumpatrouille Orion Fotos Ritterhude Street Chicago Wilhelmshaven Kochen Erbsensuppe mit Champignons Kartoffelsuppe Sparta Schwäbische Spätzle Pute Indisch mit Linsen und Banane Paprika Chinesisch mit Geflügelfleisch Spinat und Schafskäse in Blätterteigbett Hasenpfeffer auf schwäbische Art Home Frau Katze I Frau Katze II Mein Freund Kalle CandyHouse Under Spanish Arcades CandyHouse Vintage CandyHouse 2000 Garageband Links

Extern
b-sites Lost In The Andes Das Lakritzlabor
random

Klick mich!

made_on_a_mac

Valid HTML 4.01 Strict
Valid CSS!

Krimis 2010 - 2019

Arnaldur Indri∂ason - Kälteschlaf

Mar-22-2011

Köln 2011 (Original: "Har∂skafi", Reykjavík 2008)

Kälteschlaf

Eigentlich könnte Kommissar Erlendur die Sache abhaken und sich entspannen: Die junge Frau, die in einem Ferienhaus an Islands geschichtsträchtigem See Þingvellir von der Decke baumelt, hat unzweifelhaft Selbstmord begangen; jegliche Fremdeinwirkung wird ausgeschlossen und der Fall offiziell zu den Akten gelegt.

Aber dann taucht eine junge Frau in seinem Büro auf, erklärt, die beste Freundin der Verstorbenen zu sein und überreicht ihm ein Tonband. Darauf ist das Protokoll einer Séance, an der die Verstorbene kurz vor ihrem Tod teilgenommen hat. Erlendur wird misstrauisch und fängt an, auf eigene Faust (und ohne Einweihung seiner Vorgesetzten) zu forschen. Erste Gespräche mit dem Ehemann und Freunden der Verstorbenen bestärken ihn sehr bald in seiner Ahnung, dass etwas nicht stimmt, und als er tiefer in das Vorleben der Toten eintaucht, setzen sich einzelne Puzzle-Teile nach und nach zu einer unglaublichen Geschichte zusammen ...

Mehr will ich hier nicht verraten. Dieser Krimi kommt ganz ohne Action und (fast) ohne Blut aus, aber bietet atemlose Spannung bis zum Schluss. Dabei ist der Leser immer ganz auf der Höhe von Erlendur, kann wie dieser kombinieren und miträtseln.

Die Geschichte ist ungewöhnlich und auch etwas gruselig, aber klug und absolut glaubwürdig gesponnen; Logiklöcher konnte ich jedenfalls keine erkennen. Zudem wird sie in einer zwar unspektakulären, aber sehr angenehmen Sprache erzählt. Die Figuren wirken ohne Ausnahme echt und lebendig, was wohl auch an den ungemein realistischen Dialogen - die einen Großteil des Buches ausmachen - liegt.

Keine Frage, dieser Krimi aus Island hat fünf Sterne verdient!

Bewertung

Verwandte Artikel:

[Krimis 2010 - 2019]

Camilla Grebe/Åsa Träff - Die Therapeutin

Feb-13-2011

München 2011 (Original: "Nattfåk", Stockholm 2009)

Die Therapeutin

Siri Bergman ist Psychotherapeutin in Stockholm. Täglich widmet sie sich in ihrer Praxis ihren Patienten, hört sich deren Nöte und Sorgen an und sucht nach Lösungen. Dabei bräuchte die junge Frau eigentlich selbst dringend Hilfe, denn seit ihr Mann beim Tauchen ums Leben kam, leidet sie unter Depressionen und panischer Angst vor Dunkelheit. Das etwas abgelegene Haus an der Küste, das sie mit ihrem Mann bewohnt hatte, will sie trotzdem nicht verlassen, schaltet stattdessen nachts alle Lichter an. Dann wird die Leiche einer ihrer Patientinnen aufgefunden, es passieren Unglücksfälle, und es gibt weitere Tote in ihrer Umgebung. Und es wird immer klarer, dass sie das eigentliche Ziel des offensichtlich psychopathischen Killers ist ...

Okay, die Geschichte ist nicht wirklich originell und weist zudem ein paar kleinere (und ein etwas größeres ... ;-)) Logiklöcher auf; was dieses Buch aber trotzdem zu einem echten Lesevergnügen und Krimi-Highlight macht, sind die Sprache und die Hauptfigur. Das Buch wird in der Ich-Form aus der Sicht der Hauptakteurin erzählt, und die ist eine durch und durch widersprüchliche Person, mutig und ängstlich, munter und niedergeschlagen. Uns lässt sie an ihren Reflexionen teilhaben, und das auch noch psychologisch sehr fundiert (eine der beiden Autorinnen ist übrigens selbst Psychotherapeutin ...). Mich hat das immer wieder an Fräulein Smilla erinnert, auch wenn Die Therapeutin nicht ganz an diesen Klassiker heranreicht.

Für mich war der Täter nicht vorhersehbar, im Gegenteil: Bis kurz vorm Schluss ist jeder aus dem Bekannten- und Patientenkreis von Siri verdächtig, und das erzeugt eine Stimmung, die auch beim Leser Paranoia auslösen kann.

Ich habe das Buch verschlungen und kann es jedem empfehlen, der auch leise Passagen mag, nicht zu viel Blut erwartet und eine gute Sprache und klischeefreie Erzählweise zu schätzen weiß. Auch wenn die Logiklöcher den Lesespaß kaum zu trüben vermögen, habe ich trotzdem einen Stern abgezogen.

Bewertung

Verwandte Artikel:

[Krimis 2010 - 2019]

Åke Edwardson - Toter Mann

Nov-26-2010

Berlin 2010 (Original: "Nästan död man", Stockholm 2007)

Toter Mann

Ein mit laufendem Motor auf einer Brücke abgestellter PKW, ein Nachbarschaftsstreit und schließlich ein erster Mord ... Kommissar Erik Winter und sein Team brauchen eine Weile, um eine Verbindung herzustellen. Und noch etwas länger brauchen sie, um zu ahnen, dass das alles mit dem mysteriösen Verschwinden eines jungen Mädchens vor vielen Jahren zusammenhängt.

Ja, Toter Mann ist ein typischer Kommissar-Winter-Krimi, und dementsprechend langsam entwickeln sich die Dinge. Der Leser verfolgt die detektivische Aufklärungsarbeit und erfährt obendrein noch einiges über die privaten - und nicht unerheblichen! - Probleme der Ermittler.

Beide Stränge sind spannend, wenn man so etwas mag. Schaden kann es dabei nicht, mit der Serie vertraut zu sein, denn Edwardson gibt sich kaum die Mühe, die Personen und ihre familiäre Situation einzuführen. Er setzt voraus, dass man damit vertraut ist.

Sprachlich und stilistisch ist das alles sehr ansprechend, Edwardson (den ich für stärker als Mankell halte) versteht sich ausgezeichnet darauf, glaubwürdige Dialoge zu schreiben und Nuancen rüberzubringen. Etwas nervig fand ich allerdings seinen Tick, besonders am Anfang sehr viele Kapitel mit "er" oder "sie" anzufangen und den Leser längere Zeit darüber im Unklaren zu lassen, von wem denn nun die Rede ist. Das erschwert unnötig die Orientierung.

Aber dann. Bis zu Seite 480 (von 540) lief alles noch glaubwürdig und nachvollziehbar ab, aber dann sackte alles schlagartig auf kitschiges Grochenheftniveau ab - Kommissar Winter zog, ohne erkenbare Not, allein los, um sich dem finalen Show-down mit dem Täter zu stellen. Das gab Gelegenheit zu fragwürdiger "Action", aber ich fragte mich, was das soll - soll dadurch Spannung erzeugt werden? Ein Autor wie Edwardson hat solche billigen Wendungen jedenfalls nicht nötig, denn Spannung ergibt sich eigentlich schon aus der Geschichte. Drängen die Verlage auf solche billigen Tricks?

Ich habe dafür einen Abzug von zwei Punkten erwogen ... es dann aber bei einem belassen.

Trotzdem ist Toter Mann sehr lesenswert, wenn man einen "langsamen" Erzählstil mag.

Bewertung

Verwandte Artikel:

[Krimis 2010 - 2019]

Elsebeth Egholm - Der Menschensammler

Nov-16-2010

Berlin 2010 (Original: "Liv og Legeme", Kopenhagen 2008)

Der Menschensammler

In Århus wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, der man die Augen (samt Augenlidern) und die Knochen der Beine herausgeschnitten hat. Der Leser erlebt, wie die Hauptprotagonisten - die Journalistin Dicte Svendsen und Kommissar John Wagner und sein Team - unabhängig voneinander - Nachforschungen anstellen, um das Motiv für die posthume Verstümmelung zu enträtseln. Dabei fragt sich der Leser verzweifelt, wie groß die Tomaten auf den Augen der Ermittler eigentlich sind, denn das Motiv für die Organentnahme ist bereits nach sehr kurzer Zeit sonnenklar. Fragt sich also nur noch, wer der Täter ist.

Auch in dieser Hinsicht wird die Erwartung des Lesers enttäuscht, denn anstelle einer spannenden Täterfrage wird ihm eine konstruierte Spur in rechtsradikale Kreise serviert. Die Auflösung nach rund 420 (von 440) Seiten ist entsprechend wirre und überhaupt nicht nachvollziehbar.

Richtig, es geht um illegalen Organhandel. Eigentlich ein brisantes Thema, dessen reale Problematik die Autorin aber zu keinem Zeitpunkt nahebringt. Stattdessen füllt sie endlose Seiten mit Nebenepisoden, in denen sie offensichtlich versucht, die Figuren mit Leben zu füllen - und auch das misslingt, denn alle Charaktere bleiben schemenhaft und agieren unwirklich und völlig unglaubwürdig. Ein trauriger Höhepunkt ist erreicht, als die Autorin weismachen will, Dicte Svendsen erwäge tatsächlich, im Austausch gegen Infos über den Täter eine Niere spenden zu wollen.

Zum Schluss, als der Täter ermittelt, aber noch nicht gefasst ist, versucht Dicte Svendsen, ohne ersichtlichen Grund, ihn auf eigene Faust dingfest zu machen. Das ist nicht mit der Realität vereinbar und derartig hanebüchen, dass es weh tut.

Das Buch ließ bei mir zu keinem Zeitpunkt Spannung aufkommen, und auch sprachlich war es derart platt und oberflächlich, dass ich mich zwingen musste, es zu lesen. Ich habe keine Ahnung, warum die Autorin in Dänemark so hoch gehandelt wird. Immerhin, die Originalausgabe erschien in Deutschland lediglich als Paperback, und das belegt das Urteilsvermögen hiesiger Verleger.

Bewertung

Verwandte Artikel:

[Krimis 2010 - 2019]

Åsa Larsson - Bis dein Zorn sich legt

Nov-08-2010

München 2010 (Original: "Till dess din vrede upphör", Stockholm 2008)

bis dein zorn sich legt

Kiruna, im schwedischen Winter: Ein junges Paar taucht in einem zugefrorenen See nach einem Flugzeugwrack. Doch jemand verschließt über ihnen das Loch im Eis, und sie kommen jämmerlich um.

Staatsanwältin Rebecka Martinsson ermittelt, unterstützt von der Polizistin Anna-Maria Mella, in der kleinen zugeschneiten Gemeinde und findet wertvolle Hinweise, die schließlich zur Aufklärung führen, in der Vergangenheit.

Dies war mein erstes Buch von Åsa Larsson, und das stellte sich als kleines (aber nicht entscheidendes) Manko heraus, denn Martinsson und Mella haben offensichtlich eine gemeinsame Vergangenheit, auf die zwar oft angespielt wird, die man aber nicht wirklich verstehen kann, wenn man die vorausgegangenen Romane nicht kennt. Mich hat das Buch trotzdem gefesselt. Brillant fand ich die Idee, den Mord aus der Sicht der ermordeten Wilma zu schildern - so etwas kann zwar in die Hose gehen, aber ist hier sehr überzeugend umgesetzt worden (und tatsächlich übernimmt Wilma im Laufe des Buchs immer wieder die Rolle der Erzählerin). Alle Charaktere werden plausibel und nachvollziehbar dargestellt und dem Leser nahegebracht, und überhaupt ergibt die gesamte Geschichte einen Sinn. Auf echte Logiklöcher bin ich jedenfalls nicht gestoßen.

Kleinere Probleme hatte ich mit der Sprache. Auf den ersten Seiten war ich von dem Stil, der mich stark an E. Annie Proulx erinnerte, zwar noch fasziniert, aber im Laufe des Buches ging der Autorin offensichtlich die Luft aus, und die "assoziativen" Bilder, die anfangs regelrecht bezauberten, wurden zusehends platter und wirkten dann maniriert und aufgesetzt. Als störend empfand ich auch etliche scheinbar willkürliche Wechsel der Erzählperspektive.

Aber ich habe das Buch gern gelesen und kann es nur empfehlen. Es ist allerdings, auch wenn es einige Tote gibt, eher ein Drama als ein Thriller.

Bewertung

Verwandte Artikel:

[Krimis 2010 - 2019]

© 2005 - 2012 rainerbublitz