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Pandora im Kongo

Albert Sanchez PiñolWie schon im Vorgänger Im Rausch der Stille tischt uns Pinñol eine fantastische Geschichte auf; wieder geht es um "seltsame Kreaturen" (die in diesem Fall aus der Erde kommen), und wieder hat die Hauptperson Sex mit einer dieser Kreaturen.

Dagegen ist im Prinzip nichts einzuwenden. Leider fehlt dieser Geschichte in Pandora im Kongo aber die visionäre Kraft des Vorgängers. Obendrein ist sie unlogisch und derart mit physikalischen, medizinischen und syntaktischen Ungereimtheiten gespickt, dass man selbst als geneigter und erwartungsvoller Leser sehr bald verärgert den Kopf schüttelt. Beispiele: Der Autor will uns weismachen, dass Menschen tagelang(!!!) durch Röhren unter der Erde kriechen, die so eng sind, dass sie nicht einmal die Arme neben dem Körper halten können. Tief unter der Erde erreichen sie dann eine "Halle", die derart groß ist, dass eins dieser "Wesen", nachdem es von einer oberen Plattform gestürzt ist, nach mehreren Minuten immer noch nicht aufgeschlagen ist (und trotzdem weiterhin für die oben stehenden Menschen sichtbar bleibt). Das hat nichts mehr mit Phantasie zu tun.

Was aber noch schlimmer wiegt, ist, dass der Geschichte jegliche allegorische Ebene fehlt. Anders als im Vorgänger bietet sie keinen Ansatzpunkt zur Interpretation, die Geschichte ist platt, einen (Hinter-)Sinn oder auch nur ein Augenzwinkern sucht man vergebens. (Wenn es denn doch einen Sinn gibt, ist er mir jedenfalls entgangen.)

Offensichtlich sind diese Mankos dem Autor (oder seinem Lektor?) irgendwann selbst aufgegangen, und so hat er eine Rahmenhandlung hinzugefügt, durch die die Geschichte zum Schluss als Phantasie eines Inhaftierten entlarvt wird. Besser wird die Sache durch diese Rahmenhandlung, die das Buch auf 480 Seiten aufbläht, aber nicht. Im Gegenteil, der Autor verliert sich in Nebensächlichkeiten, die überflüssig sind und sich wie Seitenfüller lesen. Es fehlt die Spannung, und bald verliert man als Leser das Interesse und liest eigentlich nur weiter, weil man neugierig ist, ob dem Autor noch irgendwann die Kurve gelingt, ob sich zum Schluss vielleicht doch alles zu einem logischen Bild zusammensetzt.

Tut es nicht, und ich habe mich geärgert, nicht dem immer stärker drängenden Impuls nachgegeben zu haben, den Schluss vorweg zu lesen. Ich hätte mir endlose schlicht langweilige Seiten ersparen können.

Immerhin kann der Autor auf der sprachlichen Ebene überzeugen. Seine Sprache ist unprätentiös und schnörkellos, dabei mit einem guten Rhythmus. Allerdings sind seine Beschreibungen der örtlichen Gegebenheiten oft ungenau und vage - aber das ist vielleicht gar kein sprachliches Problem. Der Autor benutzt das Dschungel-Camp und die Mine im Kongo eher wie eine Knetmasse, die an spontane Ideen schnell angepasst wird. Dem würde eine exakte Beschreibung schließlich nur im Weg stehen.

Das Buch ist eine Enttäuschung. Mit dem grandiosen Vorgänger hat es - außer den Parallelen der Kerngeschichte - nichts gemein. (Rainer Bublitz 06/2008)

Autor: Albert Sanchez Piñol
Original: Pandora al Congo (Barcelona 2005)
Deutsche Ausgabe: Frankfurt am Main 2007 (S. Fischer Verlag)
Übersetzung aus dem Katalanischen: Charlotte Frei
ca. 480 S.

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