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Yojimbo

Der letzte seiner Zunft

yojimboEin einsamer, ziemlich abgerissen aussehender Samurai wandert auf einer Landstraße durch Felder. Als er an eine Weggabelung kommt, wirft er einen Stock, um den Zufall über seine weitere Route entscheiden zu lassen. Der Weg, den der Stock ihm zeigt, führt ihn in ein Dorf. Er kehrt in einem Gasthof ein und bestellt Essen - obwohl klar ist, dass er kein Geld hat. Im Gespräch mit dem Gastwirt erfährt er, dass in dem Dorf zwei mächtige Clans residieren, deren Kampf um die Vorherrschaft das Dorf ausbluten lässt und wirtschaftlichen Fortschritt verhindert. Der Samurai beschliesst, die Situation zur Aufbesserung seiner Reisekasse auszunutzen.

Was folgt, ist eine Lehrstunde in Psychologie und Politik. Indem er sich geschickt abwechselnd den Parteien anbietet, stellt er ein Gleichgewicht zwischen den Parteien her und treibt gleichzeitig seinen Preis in die Höhe. Dieses Gleichgewicht wird jedoch zerstört, als ein Mann mit einem Revolver auftaucht - es ist der Sohn des Chefs des Clans, dem er sich eben verdungen hatte. Heimlich befreit er eine Gefangene des Clans. Der Mann mit dem Revolver durchschaut das gerissene Spiel des Samurai und nimmt ihn gefangen. Er wird grausam misshandelt, um den Aufenthaltsort der Frau zu verraten. Durch eine List kann der schwer verletzte Samurai entfliehen und wird vom Gastwirt in ein Versteck gebracht, um sich zu erholen. Zwischen den beiden Clans kommt es indessen zu einem offenen Kampf, bei dem der Clan mit der Pistole siegt und fast alle Mitglieder des unterlegenen Clans tötet. Das Dorf geht bei dem Kampf in Flammen auf. In dem Inferno stellt sich der Samurai dem ungleichen Kampf mit dem Mann mit der Pistole. Es ist nur ein kurzer Kampf, dann hat der Samurai gesiegt. Im Sterben liegend, offenbart der Pistolero noch einmal seinen miesen Charakter - er bittet den Samurai, ihm seinen Revolver zu geben. Der Samurai tut ihm den Gefallen, zum Dank will der Sterbende ihn dann damit erschießen. Was nur deshalb nicht glückt, weil ihm im letzten Moment die Kräfte versagen. "VerrückT", murmelt der Samurai, mehr angewidert als wütend. "Er kann nicht einmal im Sterben seinen bösen Charakter verbergen!". Dann verlässt er das Dorf, ohne sich noch einmal umzudrehen.

Yojimbo erzählt eine spannende Abenteuergeschichte - und ist doch viel mehr als ein Abenteuerfilm. Er zeigt das Ende der Epoche der Samurai, und wie mit ihnen die alten Tugenden verschwinden. Der Weg der Samurai bestand aus Disziplin und Selbstbeherrschung, nur so konnten sie es zur Meisterschaft im Umgang mit dem Schwert bringen. Der Umgang mit modernen Feuerwaffen erfordert diese Tugenden nicht, denn jeder Anfänger kann mit ihnen rumballern und Gegner "aus der Ferne" erledigen. Im Film hat der Samurai noch einmal gesiegt, aber nur weil er ein wahrer Meister seines Fachs war.

Dabei ist die Figur des Sanjuro - so der Name des Samurai - zunächst äußerst widersprüchlich und so gar nicht tugendhaft. Er ist besitzlos und lebt von der Hand in den Mund, was aber in der Auffassung der Samurai nichts Unehrenhaftes war. Er kommt aus dem Nichts und verschwindet zum Schluss wieder im Nichts. Wir erfahren nichts über seine Vergangenheit. Wenn er (im Film Sanjuro, ebenfalls von Kurosawa gefragt wird, wie er heißt, blickt er aus dem Fenster. Sein Blick fällt auf einen Maulbeerbaum. "Sanjuro Kuwabatake", gibt er zur Antwort. Kuwabatake ist der japanische Ausdruck für Maulbeere.

Moralisch unterscheidet er sich zunächst nicht von den Mitgliedern der beiden Clans, er verdingt sich als Söldner und scheint nichts anderes als Sake und Geld im Kopf zu haben. Erst nach und nach werden seine wahren Absichten deutlich. "Sie sind gar nicht böse, sie lieben es nur, sich als bösen Menschen darzustellen!", ruft der Gastwirt irgendwann erfreut aus. Als Sanjuro das Dorf am Ende verlässt, ist er genauso arm wie vorher, er hat nichts an der Geschichte verdient. Das Geld, das er erhalten hat, hat er dem Mann der von ihm befreiten Frau gegeben, damit die beiden fliehen konnten.

Toshirô Mifune (1920 - 1997) ist die perfekte Besetzung des Samurai. Seine unglaubliche Präsenz zieht den Zuschauer unweigerlich in den Bann und war unzweifelhaft mit ausschlaggebend für den Erfolg des Films.

Kurosawa (1910 - 1998) gilt als einer der wichtigsten und einflussreichsten Filmemacher der letzten Jahrzehnte. Yojimbo, obwohl schon über 40 Jahre alt, belegt auf eindrucksvolle Weise, warum: Der Film erzählt eine packende Geschichte, vereint kluge Dialoge und spektakuläre Action-Szenen, und ist ein Vorbild was perfektes, ökonomisches Timing angeht. Die Person des "einsamen Kämpfers ohne Namen" fand viele Nachahmer. Sergio Leone drehte mit Für eine Hand voll Dollars sogar ein komplettes Remake, verlagerte die Handlung nur in den Westen. (Da er Kurosawa dafür keine Credits gewährte, wurde er von diesem erfolgreich verklagt.)

Ich habe Yojimbo zum ersten Mal Ende der Siebziger im Fernsehen gesehen, und er hinterließ einen derartig starken Eindruck (obwohl ich damals weder etwas von Kurosawa wusste noch auch nur das geringste Verständnis für "Filmkunst" besaß), dass er mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf ging. Vergeblich wartete ich 25 Jahre auf eine Wiederholung im Fernsehen. Es gab keine. Jetzt (Herbst 2005) sind die meisten Kurosawa-Filme erstmalig auf DVD erschienen, alle sorgfältig editiert, aber ohne Extras. Ich habe mir Yojimbo gleich am Erscheinungstag besorgt (für ziemlich teures Geld) und war nicht enttäuscht. Obwohl ich ihn heute mit anderen - und sicherlich kritischeren - Augen gesehen habe, war er noch genauso packend wie damals. (Rainer Bublitz 11/2005; edit 03/2010)

USA 1961

A.k.a.: The Bodyguard, Der Leibwächter

Regie: Akira Kurosawa

Darsteller: Toshirô Mifune, Tatsuya Nakadai, Yôko Tsukasa,
Isuzu Yamada, Daisuke Katô, Seizaburô Kawazu

Dia-Show

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