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Ico

Flucht aus der Burg

icoMit der Playstation 2 brachte Sony im Jahr 2001 den lange ersehnten Nachfolger der Playstation 1 auf den Markt. Die Konsole war sehr leistungsstark und bot einige interessante neue Features, aber die Entwicklungskosten dafür, so hörte man munkeln, waren aus dem Ruder gelaufen, die Konkurrenz in Form der x-Box stand in den Startlöchern, und so war ein Erfolg in Form eines guten, raschen Abverkaufs dringend notwendig.

Dass der sich nicht im gewünschten Maß einstellte, lag weniger an der in technischer Hinsicht sehr attraktiven Konsole selbst, sondern am sehr hohen Einführungspreis und an dem Umstand, dass anfangs kaum gute Spiele dafür zur Verfügung standen. Besonderes letzteres war ein schwerwiegendes Handicap, denn warum sollten Gamer eine Konsole kaufen, für die es kaum Spiele gab?

Aber Sony hatte vorgesorgt und zauberte schon bald nach dem Konsolenstart mit dem Action-adventure Ico eine eigene Produktion aus dem Hut, die das Zeug zu einem Klassiker hatte. Das Spiel wurde von der Kritik einhellig gelobt und von den Spielern geliebt und gekauft und war ohne Zweifel ein starkes Argument für die Playstation 2.

In der Tat ist Ico ein faszinierendes und in vielerlei Hinsicht bemerkenswertes Spiel. Und bis heute eines der besten für die PS 2 überhaupt.

Die Story

Icos Geburt löst bei seinen Eltern Entsetzen aus: Deutlich zeichnen sich auf seiner Stirn kleine Hörner ab. Ein untrügliches Zeichen, dass der seit unendlichen Zeiten auf dem kleinen Volk liegende Fluch auch dieser Generation nicht erspart bleibt. Und tatsächlich folgen Jahre voller Missernten und Plagen.

Deshalb atmen die Bewohner des Dorfes erleichtert auf, als an Icos zwölftem Geburtstag die "gesichtslosen Reiter" kommen und Ico abholen. Sie verschleppen ihn zu einer uralten Burgruine. Dort steht in einer Halle eine lange Reihe steinerner Schreine. In einen dieser Schreine sperren sie Ico und überlassen ihn seinem grausamen Schicksal.

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Viel Zeit hat Ico in der Regel nicht, wenn er Yorda zurücklassen musste, um einen nur schwer erreichbaren Hebel umzulegen

Aber der Schrein war altersschwach und brüchig, und so kann Ico sich befreien. Wie er in der Burg umherirrt, findet er eine Gefährtin - ein seltsam weiß scheinendes Mädchen, das in einem Käfig gesperrt ist. Nachdem er sie befreit hat, suchen sie gemeinsam einen Weg aus der Burg.

Das ist aber, wie sich schnell herausstellt, keine einfache Aufgabe. Zum einen ist die Burg verwirrend groß und voller Fallen und verschlossener Türen, zum anderen tauchen immer wieder die "schwarzen Schatten" auf und versuchen, Yorda (so der Name des Mädchens) in ihr Reich zu ziehen.

Wie die Geschichte endet, werde ich an dieser Stelle aber nicht verraten. Nur so viel: Zum Schluss gibt es eine faustdicke Überraschung.

Das Gameplay

Der Spieler steuert Ico, und der hat, wie es sich für ein Action-adventure gehört, einige Fähigkeiten: Er kann laufen und gehen, schwimmen, springen, sich an Seilen, Ketten und Leitern hochziehen und ganz wunderbar klettern. Und natürlich kämpfen - wenn die schwarzen Schatten auftauchen und Yorda in ihr Reich ziehen wollen, bekämpft er sie zunächst mit einem Stock, später dann mit einem Schwert. Und diese Kämpfe sind in der Regel erfolgreich, wenn der Spieler sich erst einmal mit der Steuerung vertraut gemacht und das Verhalten der schwarzen Schatten studiert hat.

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Wo ist Yorda denn nun schon wieder geblieben? Diese Frage stellt Ico sich oft, denn das Mädchen ist gelegentlich etwas leichtsinnig. Um nicht zu sagen: eigensinnig ...

Den entscheidenden Unterschied zu anderen Action-adventures macht aber Yorda. Es gilt, ihr Leben zu retten, und das, ohne dass man sie steuern kann. Diese Aufgabe fällt also ganz allein Ico zu, er muss sie beschützen. Sein einziger Einfluss auf das Mädchen ist die "R1"-Taste, mit der er sie zu sich rufen kann. Wenn er Glück hat, kommt sie auch tatsächlich ... Oft genug aber auch nicht, weil sie weder an Wänden hochklettert noch sich an Seilen oder Ketten hochzieht. Über Abgründe springt sie nur, wenn am anderen Ufer Ico steht und ihr die Hand entgegenstreckt. Sie kann ihm also gar nicht immer folgen, und deshalb muss er sie oft genug irgendwo zurücklassen, wenn es gilt, einen Hebel zu betätigen oder einen Quader zu schieben, der nur über eine Kette oder Wandkletterei zu erreichen ist. Dann wittern in der Regel die schwarzen Schatten ihre Chance, Yorda in ihr Reich zu ziehen. Ico erkennt die Gefahr, wenn er einen deutlichen Seufzer von Yorda vernimmt. Dann heißt es, alles stehen und liegen zu lassen und zu ihr zurückzueilen. Wenn Ico schnell genug ist, kommt er gerade rechtzeitig, um die schon halb verschluckte Yorda wieder aus dem schwarzen Loch, das die schwarzen Geister als Zugang zu ihrem Reich irgendwo in den Boden eingerichtet haben, zu ziehen. Kommt er zu spät, ist Yorda verloren ... und damit auch das Spiel. Man kann aber natürlich vom letzten Speicherplatz neu starten. Leider kann man nicht frei speichern, sondern ist auf Speicherstellen angewiesen (in Form von "Sofas", auf die sich Ico und Yorda zum Speichern setzen müssen), und auch wenn die reichlich vorhanden sind, so ist es doch etwas ärgerlich, gelegentlich einen längeren Abschnitt wiederholen zu müssen.

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Bei solchen Klettereien schaut Yorda nur zu und drückt Ico die Daumen. Manchmal gibt sie ihm aber auch überraschend wichtige Hinweise

Das Spiel ist sehr gut ausbalanciert, das Verhältnis zwischen Rätsel- und Action-Einlagen ist ausgewogen. Anfangs mag man die schwarzen Schatten als etwas nervig ansehen, aber bald hat man den Bogen raus, wie man mit ihnen fertig wird. Und oft genug lassen sie sich auch durch genaue Beobachtung des Geschehens und etwas Geschicklichkeit einfach umgehen.

Die Rätsel

Die Rätsel sind ausgesprochen fair, ein aufmerksamer Spieler wird sich zwar einige Male am Kopf kratzen, aber dann doch alles schaffen, ohne einen Walkthrough bemühen zu müssen. Meistens geht es darum, einen Mechanismus zum Öffnen eines Tors oder einfach den Weg zu finden. Dabei kommt dem Spiele die hervorragende Physik-engine des Spiels entgegen - anders als in den meisten anderen Spielen braucht man sich keine Gedanken darüber zu machen, was "machbar" ist. Das Spiel ist in dieser Hinsicht sehr realistisch, wenn man sich einfach vorstellt, was man in einer gleichen Situation in der realen Welt tun würde, so wird das auch im Spiel funktionieren.

Eine Konsequenz dieser "Nicht-Standardisierung" ist natürlich, dass man auch viele Dinge tun kann, die nichts bewirken. Aber das muss jeder selbst entscheiden, ob er das als Nachteil empfindet.

Die Grafik

Das Spiel ist alt, und natürlich waren die Chips damals noch nicht so leistungsstark wie heute, und so reicht das Spiel natürlich nicht an die Auflösungen und den Detailreichtum neuerer Produktionen heran. Das ändert aber nichts daran, dass die live gerenderten Hintergründe in Ico pures Eyecandy sind. Es öffnen sich fantastische Panoramen, packende Hallen, man sieht eine Windmühle, und alles ist so liebenswert und sorgfältig gestaltet, dass man es zuweilen bedauert, diese Orte nicht selbst aufsuchen zu können. Erstaunlich auch, wie gut organische Formen gelungen sind. In den Außen-Levels sieht man Bäume, bei denen sich die einzelnen Blätter sanft im Wind wiegen. Schon allein diese Welt nur zu durchstreifen und zu erkunden ist purer Genuss.

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Hier geht es nicht weiter, das ist klar. Aber ein aufmerksamer und geduldiger Spieler findet sicherlich schon bald einen Weg

Die Animationen

Die Animationen sowohl der beiden Hauptcharaktere als auch der schwarzen Schatten sind realistisch und sehr gelungen. Egal, ob Ico sich an einem Seil hochzieht, mit Yorda an der Hand durch eine Halle rennt oder sie auf einen Vorsprung zieht, alle Bewegungen wirken rund und sehr natürlich.

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Gäbe es die "Schwarzen Schatten" nicht, wäre diese alte Burgruine sicherlich ein idealer Urlaubsort. Vorausgesetzt natürlich, man legt keinen allzu großen Wert auf Komfort ...

Fazit

Das Spiel hat eine unglaublich dichte, zwischen märchenhafter Fantasy und harter Realität wechselnde Atmosphäre. Es fesselt den Spieler schon sehr schnell, und die beiden Charaktere haben so viel Charme und sind so bezaubernd anzusehen, dass man die Steuerung gar nicht mehr aus der Hand legen mag. Ein echter Klassiker, mit einem grandiosen Spielprinzip und einer überzeugenden Atmosphäre.

Leider wird Ico nicht mehr produziert, man ist also auf den Gebrauchtmarkt angewiesen. Und dort werden inzwischen Höchstpreise verlangt. Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen. (Rainer Bublitz 02/2009)

Name: Ico

Entwickler: Sony Computer Entertainment Inc, ©2002

Genre: Action-Adventure

Plattformen: Playstation

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