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Frau Katze II

Aus dem Alltag einer Muster-WG (ein Nachruf)

Frau Katze

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Ich war ja anfangs ziemlich skeptisch, als Frau Katze bei mir einzog (nachzulesen hier), aber schon bald wurde mir klar, dass meine neue Mitbewohnerin ein Glücksfall war. Sie war ein wundervolles Exemplar ihrer Spezies - klug, lernfähig und absolut pflegeleicht.

Es wird ja immer gesagt, Katzen seien stur und eigensinnig. Das kann ich von Frau Katze nicht behaupten. Im Gegenteil, ich erlebte sie als sehr kooperativ und kompromissbereit. Wenn es in den Anfangstagen trotzdem zu kleineren Auseinandersetzungen kam, dann lag das schlicht daran, dass sie nicht verstand, was ich von ihr wollte. Was ich wiederum zuerst nicht kapierte und dann meinerseits stur und dickköpfig reagierte. Aber dann, als wir uns besser kennen gelernt hatten, fanden wir auch eine gemeinsame Sprache, und dann reichten kleine Gesten und ein paar ruhige Worte (oder Mauzer!), um dem anderen zu signalisieren: Das, was du gerade machst, mag ich nicht. Kannst du das bitte lassen?

So entwickelten wir uns zu einer wahren Muster-WG. Übrigens mit klar verteilten Aufgaben - während ich dafür zuständig war, das Geld für Miete, Heizung und Geräucherten Schwarzen Heilbutt (oder ersatzweise Schillerlocken) zu verdienen, hielt sie die Wohnung sauber von Mäusen. Dabei ging sie äußerst raffiniert vor - sie legte sich in der Nähe der Terrassentür vor die Heizung und stellte sich schlafend. Ihre Taktik ging auf, denn keine einzige Maus ließ sich in unserer Wohnung blicken.

Ihr Lieblingsspiel war Eishockey. Alles, was sie dazu brauchte, war eine Wal- oder Erdnuss, und die schoss sie dann kreuz und quer durchs Wohnzimmer. Unser Korkboden ist ja auch eine ideale Spielfläche dafür. Einmal landete die Nuss dabei unter dem HiFi-Rack, wo sie sie nicht mehr erreichen konnte. Sie kam zu mir und berichtete mir betrübt von dem Missgeschick. Worauf ich sie beruhigte, einen Zollstock nahm und damit unter dem Rack herumstocherte. Mit gespitzten Ohren saß sie neben mir und beobachtete gespannt, was passierte. Als ich die Nuss dann herausschnippste, jagte sie begeistert hinterher.

Ab sofort landete die Nuss mindestens einmal pro Minute unter dem Rack, und jedesmal kam sie an und berichtete mir betrübt von ihrem Missgeschick. Worauf ich wieder zum Zollstock griff und ... siehe oben. Nach ein paar Tagen sah ich mich genötigt, den Spalt unter dem Rack mit einem Brett zu verschließen, um überhaupt noch zum Arbeiten kommen.

Aber natürlich beruhte diese Hilfsbereitschaft auf Gegenseitigkeit. Wenn es z.B. gewitterte oder zu Silvester draußen geknallt wurde, kam sie zu mir auf den Arm, und dann fühlte ich mich sofort so sicher wie in Abrahams Schoß ...

So vergingen die Jahre, und mit der Zeit wurde immer weniger Eishockey gespielt. Und dann gar nicht mehr. Frau Katze schlief viel, zuletzt durfte sie nachts auch bei mir im Bett zu meinen Füßen liegen. Als sie dann immer weniger fraß und zuletzt gar nicht mehr, fuhren wir zu einer netten Tierärztin. Frau Katze wurde eingehend untersucht. Die Diagnose: Frau Katze war kerngesund, aber sehr alt. Sie kriegte in den folgenden Wochen einige Aufbauspritzen, aber als sie dann auch nicht mehr trinken wollte, teilte mir die Tierärztin mit, nun könne man nichts mehr machen.

Frau Katze hatte weder Schmerzen noch Angst zu erleiden. Wie schon bei den vorhergegangenen Besuchen bei der Tierärztin lag sie völlig entspannt in meinem Arm, als sie zunächst in Narkose versetzt wurde ...

Jetzt lebt sie im Großen Katzenhimmel. Nach allem, was ich gehört habe, gibt es dort jeden Tag Geräucherten Schwarzen Heilbutt, und es liegen auch ausreichend Nüsse zum Eishockey-Spielen herum. Wir brauchen uns also keine Sorgen um ihr Wohlergehen zu machen. (Rainer Bublitz 02/2010)

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