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Mit Schirm, Charme & Melone

Auf- und Ausstieg einer Ikone

Mit Schirm, Charme & MeloneMit Schirm, Charme und Melone (Originaltitel: "The Avengers") war eine englische Fernsehserie um den Geheimagenten John Steed, von der zwischen 1961 und 1969 ca. 160 Folgen produziert wurden. Ihre ungeheure Popularität verdankte die Serie aber Steeds Partnerin in der vierten und fünften Staffel (= September 1965 - September 1967, Folgen 79 - 128), der Amateuragentin Emma Peel, verkörpert von der britischen Schauspielerin Diana Rigg.

Und Riggs Emma Peel war in der Tat eine bemerkenswerte Frau: Sie war unglaublich attraktiv, ohne den damals gängigen Schönheitsklischees zu entsprechen; sie war stark und mutig, strahlte aber gleichzeitig Verletzlichkeit und Weichheit aus und zeigte durchaus auch Angst; sie beherrschte Karate und war im Zweikampf jedem Mann überlegen. Vor allem aber: Sie war eine autarke, selbständige Frau, die ihrem Partner absolut ebenbürtig und gleichwertig war.

John Steed und Emma Peel

"Mal sehen, was passiert, wenn ich diesen Hebel betätige ...!" (aus "Stadt ohne Rückkehr/The Town of No Return", dem ersten gemeinsamen Auftritt von Steed und Peel)

Dass sie so groß rauskommen konnte, verdankte sie natürlich ihrem Talent und ihrer Ausstrahlung. Aber nicht zuletzt auch dem bisherigen "Star" der Serie, dem britischen Schauspieler Patrick Macnee, der John Steed spielte. Macnee ließ ihr großzügig den Raum, in dem sie ihre Figur entfalten und entwickeln konnte. (Tatsächlich erwähnte sie später, nach ihrem Ausscheiden, auch ausdrücklich, "Macnee und ihr Chauffeur seien die einzigen Personen am Set gewesen", die sie gut behandelt hätten ... aber dazu später mehr.).

Mit Schirm, Charme & Melone - Die Roboter

Eins ist völlig klar - allein mit Schirm und Charme kommt man hier nicht weiter (aus "Die Roboter/The Cybernauts")

Die beiden bildeten im wahrsten Sinne des Wortes ein Traum-Team, sie warfen sich gegenseitig die Bälle zu und spielten eine subtile Erotik aus, die für zusätzliche Spannung sorgte. Macnee übernahm - wie schon in den Staffeln zuvor - die Rolle des typischen Gentleman (mit Schirm, Charme und Melone eben), mit einem Hauch feiner Selbstironie und dezenter Süffisanz, und legte dabei einen augenzwinkernden Chauvinismus an den Tag ... letzteres verkniff er sich aber seiner Partnerin gegenüber völlig. Diese behandelte er stets mit Respekt und Achtung, und wenn es gelegentlich kleine Anzüglichkeiten zwischen den beiden gab, so beruhte das auf Gegenseitigkeit und Einverständlichkeit. Das war zu einer Zeit, als männlicher Sexismus gesellschaftlich noch völlig akzeptiert war und Alice Schwarzer in weiter Ferne, wahrlich keine Selbstverständlichkeit. In anderen Serien und Filmen aus der Zeit war man da weniger zimperlich.

Diana Rigg als Emma Peel

In "Das Häuschen im Grünen/The House That Jack Built" war Emma Peel ganz auf sich allein gestellt

Das Pikante an der Beziehung der beiden: Emma Peel ist verheiratet, ihr Mann, der Pilot Peter Peel, ist verschollen. Als er unerwartet wieder auftaucht, quittiert sie den Job beim Secret Service und kehrt zu ihm zurück.

Patrick Macnee als John Steed

Nein, Steed ist nicht größen- wahnsinnig geworden, sondern auf einem Maskenball. Dessen Teilnehmerzahl wird rapide dezimiert ... das ist zwar vorteilhaft am Kalten Buffet, aber ungesund

Steed und Peel rätseln und prügeln sich durch insgesamt 50 Fälle (Emma Peel hat außerdem noch einen Auftritt in der ersten Folge der 6. Staffel, in der ihre Nachfolgerin Tara King eingeführt wird), ihre Gegner sind in der Regel feindliche Geheimdienste (vornehmlich der sowjetische), spleenige Organisationen mit Welteroberungsambitionen oder durchgeknallte, psychopathische Wissenschaftler, die den beiden Agenten das Leben mit irren Erfindungen wie "Verkleinerungsstrahlen" oder "unzerstörbaren Robotern" schwer machen. Ja, die Serie ist comichaft überzeichnet und absurd, die Figuren sind teilweise äußerst skurril, und die Spannung leidet unter dem stets gleichen Ablauf: Es geschehen unerklärliche Verbrechen, John Steed wird eingeschaltet, der wiederum zieht Emma Peel hinzu ("Mrs. Peel, we're needed!"), sie nehmen die Ermittlungen auf - in der Regel getrennt und mit verteilten Aufgaben -, einer von beiden gerät in die Fänge des Gegners ... und wird natürlich vom Partner in allerletzter Sekunde gerettet.

Patrick Macnee und Diana Rigg

Ein seltenes Bild - Steed trinkt Tee! In der Regel bevorzugt er Champagner und gute Weine

Die Serie war äußerst erfolgreich und lief in vielen Ländern auf der ganzen Welt, und sie machte Emma Peel zu einer der stilprägenden Ikonen der 60er. Trotzdem beschloss Diana Rigg, nach der 2. Staffel auszusteigen. Sie war unzufrieden, weil sie zu wenig Geld für ihre Rolle kriegte (tatsächlich stellte sie während der Produktion der ersten Staffel fest, dass sie weniger bekam als ein Kameramann) und weil sie sich von der Produktionsfirma ABC Weekend TV schlecht behandelt fühlte. Später beklagte sie sich, Macnee und ihr Chauffeur seien ihre einzigen Freunde am Set gewesen. Eine Nachfolgerin fand sich in Linda Thorson, die in der folgenden - und letzten - Staffel als Tara King Steeds Partnerin war. In der ersten Folge der neuen Staffel, in der Tara King eingeführt wurde, wirkte Diana Rigg noch mit, und es gibt zum Schluss eine etwas wehmütige Abschiedsszene, bevor Peel von ihrem wieder aufgetauchten Mann abgeholt wird. Der übrigens eine frappierende Ähnlichkeit mit John Steed aufweist ...

Auf Wiedersehen, Emma!

Alles hat irgendwann ein Ende, und als Emma Peels Mann unverhofft wieder auftaucht auch diese eigentlich recht gute Zu- sammenarbeit. Steeds Trauer ist aber nur von kurzer Dauer, denn schon bald ...

Linda Thorson war definitiv keine schlechte Wahl. Sie war mädchenhafter und naiver als Diana Rigg und hatte eine direktere, offensive sexuelle Ausstrahlung. Aber das Charisma ihrer Vorgängerin hatte sie nicht, und auch bei weitem nicht deren Autorität. Was sich auch prompt in Steeds/Macnees Verhalten ihr gegenüber äußerte. Zwar behandelte er auch sie mit Respekt, aber der war spürbar gepaart mit einer gewissen Nachsicht. Aber das Zusammenspiel zwischen Steed und King funktionierte, und auch wenn der Tara-King-Staffel der große Zauber fehlte, so war sie dennoch absolut sehenswert und deutlich besser als die durchschnittliche Fernsehkrimikost.

Linda Thorson als Tara King

... steht Emma Peels Nachfolgerin vor der Tür. Welcome Tara King!

Erwähnt werden muss natürlich noch, dass es ein Leben vor Emma Peel und nach Tara King gab. Vor Emma Peel hatte Patrick Macnee bereits mit zahlreichen anderen Partnern/Partnerinnen in insgesamt 78 Folgen den Geheimagenten John Steed gespielt. Diese Folgen wurden nie in Deutschland ausgestrahlt, von den ersten Episoden gibt es nicht einmal Aufzeichnungen. Ich habe sie nie gesehen und kann dazu also nicht viel sagen. 1976 wurde die Serie unter dem Namen "The New Avengers" wiederbelebt, unter der Mitwirkung von Patrick Macnee, aber mit völlig neuen Gesichtern und einem gänzlich neuen Konzept. Das Phantastische, Absurde wich einer "realistischeren" Darstellung der Arbeit des Secret Service, wie man es aus anderen Serien kennt. Nicht schlecht gemacht ... aber meilenweit entfernt von allem, was die Serie einst zu einem TV-Highlight gemacht hatte. (Rainer Bublitz 05/2010)

TV Produktion, insgesamt 161 Folgen:

1. Staffel (Patrick Macnee, Ian Hendry), 1961, 26 Episoden;

2. & 3. Staffel (Patrick Macnee, Honor Blackman), 1962 - 1964, 52 Episoden

4. & 5. Staffel (Patrick Macnee, Diana Rigg), 1965 - 1967, 50 Episoden

6. Staffel (Patrick Macnee, Linda Thorson), 1968 - 1969, 33 Episoden

"The New Avengers", 1. & 2. Staffel (Patrick Macnee und andere), 1976 - 1977, 26 Episoden

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